Abbatiale Saint-Austremoine in Issoire – Eine der schönsten romanischen Kirchen der Auvergne

Im Zentrum von Issoire steht mit der Abbatiale Saint-Austremoine eine der schönsten romanischen Kirchen der Auvergne. Besonders eindrucksvoll ist ihr Chor, dessen helle Arkose, dunkle Steine und farbige Schmuckformen eine für die Romanik ungewöhnlich lebendige Wirkung erzeugen. Zusammen mit den Tierkreiszeichen, den romanischen Kapitellen und der farbenprächtigen Ausmalung im Inneren macht diese außergewöhnliche Verbindung aus Architektur und Skulptur die Abteikirche zu einem der interessantesten Sakralbauten der Auvergne.

Die heutige Kirche entstand im 12. Jahrhundert als Abteikirche eines Benediktinerklosters und gehört zu den fünf großen romanischen Kirchen der Auvergne. Allerdings präsentiert sich Saint-Austremoine heute nicht mehr genau so, wie sie im Mittelalter ausgesehen hat, denn vor allem die umfangreichen Restaurierungen des 19. Jahrhunderts haben das Erscheinungsbild entscheidend geprägt. Gerade diese Verbindung aus mittelalterlicher Bausubstanz, späteren Veränderungen und erneuten Restaurierungen macht die Kirche besonders interessant.

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Eine der großen romanischen Kirchen der Auvergne

Saint-Austremoine liegt im historischen Zentrum von Issoire im Département Puy-de-Dôme und war ursprünglich Teil eines Benediktinerklosters, dessen Geschichte bis in das frühe Mittelalter zurückreicht. Gemeinsam mit Notre-Dame-du-Port in Clermont-Ferrand, Notre-Dame d’Orcival, Saint-Nectaire und Notre-Dame de Saint-Saturnin gehört sie zu den fünf großen romanischen Kirchen der Auvergne, die durch ihre gemeinsame architektonische Formensprache eine eigenständige regionale Variante der Romanik bilden.

Die heutige Abteikirche entstand im 12. Jahrhundert, wahrscheinlich im ersten Drittel des Jahrhunderts. Eine genauere Datierung ist nicht möglich, weil das Klosterarchiv bei den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts zerstört wurde. Die Mönche errichteten einen monumentalen Bau, der sich an den architektonischen Traditionen der großen Kirchen der Auvergne orientierte und zugleich einige Besonderheiten aufweist.

Der Grundriss folgt dem für romanische Pilgerkirchen typischen Aufbau mit dreischiffigem Langhaus, Querhaus und Chor. Um den Chor führt ein Chorumgang, von dem fünf Kapellen ausgehen. Vier davon sind halbrund und radial angeordnet, während die Kapelle auf der Mittelachse rechteckig gestaltet ist. Diese ungewöhnliche Axialkapelle gehört zu den charakteristischen Besonderheiten von Saint-Austremoine.

Das Langhaus unterscheidet sich deutlich vom reich geschmückten Chor, an dessen Nordseite die mittelalterlichen Proportionen noch gut zu erkennen sind. Große Rundbogenarkaden gliedern die Wand, darüber folgen kleinere Rundbogenöffnungen, die jeweils zu Dreiergruppen zusammengefasst sind. Die Kapitelle dieser Arkaden sind mit Blattwerk oder einfachen Flechtmustern geschmückt.

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An der Nordseite haben sich außerdem drei bemerkenswerte mittelalterliche Basreliefs erhalten. Sie zeigen den Besuch der drei Engel bei Abraham, das Opfer Isaaks und die Brotvermehrung. Woher die Reliefs ursprünglich stammen und an welcher Stelle sie sich ursprünglich befanden, ist nicht vollständig geklärt.

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Ganz anders präsentiert sich die Westfassade, die nicht aus dem Mittelalter stammt, sondern im 19. Jahrhundert nach Plänen des Architekten Aymon Mallay (1805–1883) neu gestaltet wurde und sich an romanischen Vorbildern orientiert.

Auch die Glockentürme gehören weitgehend zur Restaurierung des 19. Jahrhunderts. Der östliche Turm wurde von Mallay nach einem Entwurf von 1845 geschaffen. Der westliche Glockenturm ist ebenfalls eine spätere Rekonstruktion.

Die Kirche ist rund 69 Meter lang und besitzt ein etwa 19 Meter hohes Mittelschiff, dessen Tonnengewölbe von mächtigen Pfeilern getragen wird. Über der Vierung erhebt sich eine Kuppel, die eine Höhe von etwa 23 Metern erreicht, während die Seitenschiffe von Kreuzgratgewölben überspannt werden. Besonders bemerkenswert ist die Breite des Mittelschiffs, das mit rund 7,8 Metern das breiteste der fünf großen romanischen Kirchen der Auvergne besitzt.

Wie bei den anderen großen Kirchen der Region prägt der vulkanische Charakter der Auvergne auch hier die Architektur, denn neben der hellen Arkose wurden verschiedene dunkle Gesteine verwendet, die nicht nur als Baumaterial, sondern bewusst auch für dekorative Kontraste eingesetzt wurden.

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Der Chor als architektonischer Höhepunkt

Besonders eindrucksvoll präsentiert sich Saint-Austremoine von Osten, denn hier lässt sich die für die großen romanischen Kirchen der Auvergne typische Staffelung der Baukörper besonders gut nachvollziehen. Die Kapellen des Chorumgangs liegen auf der untersten Ebene, darüber folgen Chorumgang und Chor, anschließend das Querhaus und der sogenannte massif barlong, ein quer zur Längsachse ausgedehnter Baukörper über der Vierung. Zusammen mit den Dächern der Querhausarme bildet er eine markante Übergangszone zwischen dem eigentlichen Kirchenbau und dem achteckigen Glockenturm, der den Aufbau nach oben abschließt.

Vier halbkreisförmige Kapellen sind um den Chorumgang angeordnet, hinter der Apsis liegt zusätzlich die rechteckige Axialkapelle, eine Besonderheit von Issoire. Am Querhaus befinden sich weitere kleine Apsiden, wodurch ein dicht gestaffelter Komplex entsteht, dessen einzelne Baukörper sich deutlich voneinander abheben.

Die helle Arkose aus Montpeyroux bildet den Grundton des Mauerwerks, während dunkle vulkanische Steine und Trachyt für geometrische Muster und einzelne Schmuckelemente eingesetzt wurden. Kreise, Dreiecke, Rauten und Rosetten erscheinen als kontrastierende Formen auf den Mauern und verleihen dem Chor eine ungewöhnlich farbige Wirkung. Unter den Gesimsen finden sich außerdem Friese und Kragsteine (verzierte Vorsprünge). Einige sind schlicht gestaltet, andere zeigen Figuren oder ornamentale Formen. Zusammen mit den geometrischen Mustern verleihen sie dem Chor eine außergewöhnliche Detailfülle.

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Die zwölf Tierkreiszeichen am Chor

Zu den ungewöhnlichsten Schmuckelementen gehören die zwölf Tierkreiszeichen, die am Chor in steinernen Medaillons angebracht sind.

Ihre Darstellung wirkt an einer christlichen Kirche zunächst etwas ungewöhnlich, war im Mittelalter jedoch keineswegs außergewöhnlich. Der Tierkreis ist ein Motiv mit vorchristlichen Wurzeln, konnte im Mittelalter jedoch in einen christlichen Zusammenhang gestellt werden. Er wurde als Darstellung des Jahreslaufs und damit als Sinnbild für die von Gott geschaffene Ordnung des Kosmos verstanden. Die Zahl zwölf bot dafür zahlreiche Anknüpfungspunkte: zwölf Apostel, zwölf Stämme Israels oder die Verbindung von Drei und Vier als Symbol für die göttliche und die irdische Welt.
Gemeinsam mit den geometrischen Ornamenten und den unterschiedlichen Gesteinsarten fügen sie sich in die aufwendig gestaltete Außendekoration des Chores ein.

Einige der heute sichtbaren Tierkreiszeichen sind allerdings nicht mehr mittelalterlichen Ursprungs. Das Medaillon des Widders war bereits 1891 verloren gegangen und wurde ersetzt. Die Zeichen von Jungfrau, Waage und Schütze wurden bei der Restaurierung von 1995 erneuert.


Das geheimnisvolle 13. Medaillon

Besonders interessant ist, dass sich neben den zwölf Tierkreiszeichen ein weiteres, dreizehntes Medaillon befindet. Dieses zusätzliche Bild hat immer wieder zu unterschiedlichen Deutungen Anlass gegeben. Es zeigt allerdings kein weiteres Tierkreiszeichen, sondern einen Greifen, der mit seinen Krallen ein kleines Tier, vermutlich einen Hasen oder ein Kaninchen, ergreift.

Manchmal wird das geheimnisvolle Medaillon auch mit dem sogenannten 13. Sternbild des astronomischen Tierkreises, dem Schlangenträger, in Verbindung gebracht. Diese Deutung überzeugt jedoch nur bedingt, denn der Schlangenträger wird traditionell als menschliche Gestalt dargestellt, die eine Schlange hält.
Eine naheliegende christliche Deutung sieht in der Szene eine Allegorie des Guten, das über das Böse triumphiert. Damit würde das Relief nicht den Lauf der Gestirne darstellen, sondern eine moralische Aussage treffen und sich zugleich deutlich von den zwölf astrologischen Darstellungen unterscheiden.

Besonders interessant ist die Lage des Medaillons am südwestlichen Teil des Chores, denn dort befand sich früher die Verbindung zwischen der Kirche und den Gebäuden der Benediktinerabtei.

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Ein farbenprächtiger Innenraum

Romanische Architektur wird heute häufig mit nacktem Stein und gedämpften Farben verbunden. Saint-Austremoine vermittelt jedoch, durch seine kräftige Polychromie, ein ganz anderes Bild. Ein großer Teil der Farbigkeit geht auf Restaurierungen des 19. Jahrhunderts zurück. Zwischen 1857 und 1860 wurde der Innenraum unter Leitung bzw. Beteiligung des französischen Restaurators Anatole Dauvergne (1812-1870) umfassend neu ausgemalt. Zu den beteiligten Künstlern gehörte auch der italienische Maler Antonius Mayoli.

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In diese farbige Architektur fügen sich die romanischen Kapitelle ein, die eine erstaunliche Vielfalt an Motiven zeigen. Neben Blattwerk begegnen Tiere, Fabelwesen, menschliche Figuren und biblische Szenen. Besonders ungewöhnlich sind geflügelte Löwen und Zentauren, die Hasen oder Ähren in den Händen halten. Solche Darstellungen konnten zugleich dekorative, symbolische und erzählerische Funktionen erfüllen, wobei sich ihre ursprüngliche Bedeutung heute nicht immer eindeutig erschließen lässt.

Die figürlichen Kapitelle des Chores konzentrieren sich zudem auf einen Passions- und Auferstehungszyklus. Acht Kapitelle bilden hier eine kleine Bilderfolge, von denen vier mit Blattwerk und vier mit Szenen aus dem Leben Christi geschmückt sind. Das bekannteste zeigt das Letzte Abendmahl mit Christus und den Aposteln, wobei Johannes sich an Jesus lehnt und Judas durch das Fehlen des Heiligenscheins kenntlich gemacht wird. Weitere Szenen zeigen die Geißelung und Kreuztragung Christi, die Frauen am leeren Grab und die Auferstehung. Die stark stilisierten Figuren mit ihren gedrungenen Körpern und vereinfachten Bewegungen sind weniger auf naturalistische Genauigkeit als auf eine klare Aussage ausgerichtet. Auch bei den Kapitellen muss jedoch zwischen mittelalterlicher Substanz und späteren Eingriffen unterschieden werden, da einige im 19. Jahrhundert ergänzt, neu geschaffen oder überarbeitet wurden.

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Die Farbigkeit setzt sich über die gesamte Architektur fort und hebt Säulen, Bögen und Gewölbe voneinander ab, wodurch die Formen der romanischen Konstruktion deutlich hervor treten. Die Seitenschiffe wirken durch ihre Kreuzgratgewölbe und die größeren Fenster heller, während das breitere Mittelschiff geschlossener erscheint. Eine Ausnahme bildet die Krypta, die von der großflächigen Bemalung verschont blieb und dadurch einen unmittelbaren Eindruck der steinernen Architektur vermittelt. Sie ist mit der Verehrung des heiligen Austremoine verbunden.

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Die Krypta

Unter dem Chor liegt die weitläufige, teilweise in den Boden eingetiefte Krypta, deren Grundriss dem darüberliegenden Chorumgang folgt. Vier zentrale Säulen bilden das kleine Heiligtum, während weitere Säulen den Umgang gliedern, der an seiner Außenwand von 22 Säulen mit romanischen Blattkapitellen gesäumt wird. Fünf überwölbte Kapellen schließen sich radial an und verleihen der Krypta ihren charakteristischen Grundriss. Im Zentrum erinnert eine Reliquienkapelle an die ursprüngliche Funktion des Ortes. Eine kleine Schatulle aus dem 13. Jahrhundert bewahrt Reliquien des heiligen Austremoine und ist mit Emailarbeiten geschmückt, die den Besuch der Frauen am Grab Christi und die Erscheinung des Auferstandenen vor Maria Magdalena darstellen. Die Reliquienkassette wurde 1853 von Abbé Daguillon, dem damaligen Pfarrer der Kirche, erworben, um darin Reliquien des heiligen Austremoine und des heiligen Priest aufzubewahren.

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Die Reliquien des heiligen Austremoine

Die Geschichte des Heiligtums reicht weit hinter den heutigen Kirchenbau zurück. Namensgeber ist Austremoine (Austremonius, frühes 4. Jahrhundert), der als erster Bischof von Clermont und als einer der frühchristlichen Missionare der Auvergne verehrt wird. Nach der Überlieferung wurden seine sterblichen Überreste zunächst in Issoire aufbewahrt, wodurch der Ort bereits in frühchristlicher Zeit eine besondere religiöse Bedeutung erhielt.

Bei den Einfällen der Westgoten in die Auvergne um 470 und 471 wurde Issoire verwüstet, und in den folgenden Jahrhunderten verlor das Heiligtum zeitweise an Bedeutung. Zwischen 673 und 688 ließ Bischof Avitus II. die Reliquien des heiligen Austremoine nach Volvic bringen, wo bereits die Reliquien des heiligen Priest verehrt wurden, der einst Schüler in Issoire gewesen sein soll. Gegen 848 wurden diese in die Abtei von Mozac überführt, und kehrten schließlich um 900 wieder nach Issoire zurück.

Für das Jahr 927 ist erneut eine Abtei Saint-Austremoine bezeugt. Im 10. Jahrhundert wird außerdem eine Kirche erwähnt, die dem heiligen Petrus und dem heiligen Austremoine geweiht war. Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster mit dem bedeutenden Kloster von Charroux in der heutigen Region Vienne verbunden. Im zweiten Drittel des 12. Jahrhunderts entstand schließlich die heutige große Abteikirche, die den Ansprüchen eines bedeutenden Wallfahrtsortes entsprach. Das Kloster blieb zunächst eine vergleichsweise kleine Gemeinschaft, doch seine wirtschaftliche Entwicklung ermöglichte schließlich den Bau einer größeren Abteikirche, wo ungefähr 20 bis 30 Mönche lebten, bevor im 15. Jahrhundert eine Reduzierung der Gemeinschaft auf 20 Mönche angeordnet wurde.

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Religionskriege und Ende des Klosterlebens

Die Abbatiale blieb im Laufe ihrer Geschichte nicht von schweren Zerstörungen verschont. Einen besonders tiefen Einschnitt brachten die Religionskriege des 16. Jahrhunderts. 1575 nahmen protestantische Truppen unter Matthieu Merle Issoire ein. Die Abbatiale wurde geplündert, mehrere Mönche wurden getötet und wertvolle Teile des Kircheninventars gingen verloren. Auch das Klosterarchiv wurde zerstört. Damit ging ein wichtiger Teil der schriftlichen Überlieferung zur Geschichte der Abtei verloren.

In den Kämpfen der Liga zwischen 1585 und 1589 setzte sich die Zerstörung fort. Die Abtei verlor zunehmend ihre wirtschaftliche Grundlage und konnte die notwendigen Reparaturen kaum noch finanzieren.
1665 schloss sich das Kloster der Kongregation von Saint-Maur an. Die Reform brachte zwar neue Impulse für das klösterliche Leben, konnte den wirtschaftlichen Niedergang aber nicht mehr aufhalten.

Mit der Französischen Revolution kam das Ende des Benediktinerklosters. Die Ordensgemeinschaft wurde aufgelöst und die Klostergebäude verloren ihre ursprüngliche Funktion. Die Kirche selbst blieb jedoch erhalten. Nachdem die Pfarrkirche Saint-Paul während der Revolutionszeit verschwunden war, übernahm Saint-Austremoine diese Funktion. Mit dem Konkordat von 1801 wurde sie endgültig zur Pfarrkirche von Issoire.


Zwischen Denkmalpflege und romantischer Restaurierung

Im 19. Jahrhundert veränderte sich auch das städtebauliche Umfeld der Abbatiale grundlegend. Und auch die Gebäude des ehemaligen Klosters erhielten neue Funktionen und wurden für öffentliche Zwecke genutzt. Nach der Französischen Revolution diente das Kloster Saint-Austremoine zunächst vorübergehend als Rathaus und anschließend als Schule, die von 1804 bis 1969 dort untergebracht war. Das ehemalige Benediktinerinnenkloster wurde zu einem Gerichts- und Gefängniskomplex umgestaltet, während das frühere Kapuzinerkloster als Krankenhaus diente. Der mittelalterliche Klosterbezirk wurde damit Schritt für Schritt zu einem Bestandteil des modernen städtischen Lebens.

1835 wurde die Abbatiale als Monument historique eingestuft, wodurch erstmals eine staatliche Unterstützung für die Erhaltung und Restaurierung des bedeutenden Bauwerks möglich wurde. In den folgenden Jahrzehnten übernahmen die Architekten Bravard aus Issoire und Aymon Mallay aus Clermont-Ferrand zentrale Aufgaben bei der Instandsetzung, wobei zunächst die Sicherung des Chores und die Stabilisierung der teilweise gefährdeten Mauern im Vordergrund standen. Im Zuge dieser umfassenden Eingriffe wurde auch das unmittelbare Erscheinungsbild der mittelalterlichen Kirche verändert. Am Nordportal entfernte man zwei später hinzugefügte Kapellen aus dem 13. und 16. Jahrhundert, um die romanische Struktur des Bauwerks wieder deutlicher hervortreten zu lassen.

1837 besuchte Prosper Mérimée (1803-1870), der damalige Generalinspektor der französischen Denkmalpflege, Issoire und zeigte sich mit den ersten Arbeiten zufrieden. Besonders lobte er die sorgfältige Rekonstruktion einzelner romanischer Bauteile.

In den folgenden Jahren wurde die Restaurierung immer umfassender. Die Westfassade wurde neu errichtet, Glockentürme kamen hinzu und Teile des südlichen Mauerwerks wurden verändert.

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Vor der Restaurierung des 19. Jahrhunderts war die Kirche mit traditionellen Hohlziegeln beziehungsweise tuiles canal gedeckt. Mallay entschied sich jedoch für eine andere Lösung. Angeregt durch steinerne Dachplatten, die er an der Kirche von Saint-Nectaire beobachtet hatte, ließ er die Dächer von Saint-Austremoine mit zugeschnittenen Platten aus Volvic-Stein decken. Die neue Dachdeckung sollte dem romanischen Bau ein besonders monumentales und vermeintlich authentisches Aussehen geben, jedoch wurde die Konstruktion nicht ausreichend gegen eindringendes Wasser geschützt und führte über Jahrzehnte zu erheblichen Feuchtigkeitsschäden.

Während der Restaurierungsarbeiten in den 1990er Jahre wurde die Dachdeckung aus Stein deshalb wieder entfernt und durch Hohlziegel ersetzt, aber die Arbeiten beschränkten sich nicht nur auf das Dach. Auch die Außendekoration des Chores wurde sorgfältig überprüft und restauriert. Besonders die Tierkreiszeichen standen dabei im Mittelpunkt. Mehrere Medaillons waren beschädigt oder verloren und wurden ersetzt. Die Arbeiten von 1995 gaben dem Chor einen großen Teil seiner heutigen Wirkung zurück.

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