Zwischen Clermont-Ferrand und Issoire erhebt sich Montpeyroux auf einem Hügel über dem Allier-Tal. Seit 1989 gehört das Dorf zur Vereinigung der „Plus Beaux Villages de France“ und bewahrt bis heute zahlreiche Spuren seiner mittelalterlichen Vergangenheit.
Der kleine Ort im Département Puy-de-Dôme fällt bereits von weitem durch seinen mittelalterlichen Wehrturm auf, der noch heute das Ortsbild prägt. Enge Gassen, historische Häuser aus regionalem Arkosesandstein und die Lage zwischen den Vulkanlandschaften der Auvergne machen Montpeyroux zu einem eindrucksvollen Zeugnis der regionalen Geschichte. Zugleich erinnert das Dorf an die Bedeutung des Weinbaus und des Steinabbaus, die über Jahrhunderte das Leben der Einwohner bestimmten.

Eine entscheidende Rolle spielte das Jahr 1212, als König Philippe-Auguste (1165–1223) die Auvergne dem französischen Krongebiet eingliederte. Die Herrschaften von Montpeyroux, Orcet und Coudes wurden anschließend der mächtigen Familie La Tour d’Auvergne übertragen. In dieser Zeit entstand eine Burganlage, deren mächtiger Wehrturm zur Kontrolle eines wichtigen Verkehrsweges entlang des Allier-Tals diente.
Im Laufe der Jahrhunderte gehörte Montpeyroux verschiedenen Herrschaftsfamilien. Durch Erbschaften und Heiraten gelangte die Herrschaft später in den Besitz bedeutender Adelsfamilien. Zu den bekanntesten Eigentümerinnen zählten Catherine de Médicis (1519–1589) und ihre Tochter Margarete von Valois (1553–1615), die als „Königin Margot“ bekannt wurde. Nach ihrer umstrittenen Ehe mit dem späteren König Heinrich IV. (1553–1610) verbrachte sie viele Jahre in der Auvergne. Ihr Lebensmittelpunkt war die nahe gelegene Burg Usson, wo sie sich ab den späten 1580er Jahren aufhielt. Von dort aus verwaltete sie ihre Besitzungen.
Während der Religionskriege im 16. Jahrhundert spielte die Festung in Montpeyroux eine wichtige Rolle.
Über Jahrhunderte hinweg war der Steinbruchbetrieb ein bedeutender Wirtschaftszweig. Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigten die Steinbrüche elf Steinmetzbetriebe und rund dreißig Arbeiter. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren mehrere Steinbrüche in Betrieb.
Die Arkose von Montpeyroux wurde nicht nur für die Häuser des Dorfes genutzt. Der Überlieferung nach stammt auch ein Teil des Baumaterials bedeutender romanischer Kirchen der Auvergne aus den Steinbrüchen von Montpeyroux, darunter Saint-Austremoine in Issoire, Saint-Saturnin und Notre-Dame-du-Port in Clermont-Ferrand.
Bis heute prägt das Gestein das Erscheinungsbild des Ortes. Fassaden, Mauern, Treppen und Torbögen bilden ein weitgehend geschlossenes architektonisches Ensemble, das Montpeyroux seinen charakteristischen Charakter verleiht.
Seit 1950 gehört der Donjon der Akademie der Wissenschaften, Schönen Künste und Literatur von Clermont-Ferrand. 1957 wurde er als historisches Monument unter Denkmalschutz gestellt. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten zwischen 1988 und 2004 sicherten seinen Erhalt.
Heute kann der Turm besichtigt werden. Von seiner Plattform bietet sich ein weiter Blick über das Allier-Tal, die Chaîne des Puys, die Vulkane von Corent, Monton und Saint-Sandoux sowie bis zum Massif du Sancy.
Im Inneren erinnern die massiven Säulen, die Rundbögen und die kunstvoll gestalteten Kapitelle an die großen romanischen Kirchen der Region. Ergänzt wird die Ausstattung durch mehrere farbenprächtige Glasfenster aus dem späten 19. Jahrhundert. Zu den ältesten Kunstwerken zählt eine Marienfigur aus der Zeit um 1600.
Von besonderer Bedeutung für die Dorfgeschichte ist die Statue des heiligen Verny, des Schutzpatrons der Winzer. Sie verweist auf die jahrhundertelange Weinbautradition von Montpeyroux, deren Spuren noch heute in den Terrassenhängen rund um den Ort sichtbar sind. Die Kirche verbindet damit religiöses Leben, regionale Kunstgeschichte und die wirtschaftliche Vergangenheit des Dorfes.
Die Bewohner formten die Hänge rund um das Dorf zu einem weit verzweigten System von Terrassen. Trockenmauern hielten die Erde zurück und ermöglichten den Anbau von Reben an den steilen Hängen. Nach der Reblauskatastrophe von 1896 und der zunehmenden Landflucht wurden viele dieser Terrassen aufgegeben. Zahlreiche Gebäude verfielen und der historische Ortskern drohte zu verschwinden.
Nach und nach wurden die Häuser instand gesetzt. Künstler und Kunsthandwerker ließen sich im Dorf nieder und trugen zu seiner Wiederbelebung bei. Auch einige historische Weinbergterrassen wurden restauriert und erneut mit Reben bepflanzt. Seit 1989 zählt der Ort zu den schönsten Dörfern Frankreichs und zu den bekanntesten historischen Orten der Auvergne.
Der kleine Ort im Département Puy-de-Dôme fällt bereits von weitem durch seinen mittelalterlichen Wehrturm auf, der noch heute das Ortsbild prägt. Enge Gassen, historische Häuser aus regionalem Arkosesandstein und die Lage zwischen den Vulkanlandschaften der Auvergne machen Montpeyroux zu einem eindrucksvollen Zeugnis der regionalen Geschichte. Zugleich erinnert das Dorf an die Bedeutung des Weinbaus und des Steinabbaus, die über Jahrhunderte das Leben der Einwohner bestimmten.

Ein strategischer Standort im Mittelalter
Die Geschichte von Montpeyroux reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Der Name „Mons Petrosus“ ist bereits um 1095 belegt, als die Abtei von Sauxillanges in der Nähe ein Priorat gründete. Aufgrund seiner erhöhten Lage entwickelte sich der Ort früh zu einem strategisch wichtigen Standort.Eine entscheidende Rolle spielte das Jahr 1212, als König Philippe-Auguste (1165–1223) die Auvergne dem französischen Krongebiet eingliederte. Die Herrschaften von Montpeyroux, Orcet und Coudes wurden anschließend der mächtigen Familie La Tour d’Auvergne übertragen. In dieser Zeit entstand eine Burganlage, deren mächtiger Wehrturm zur Kontrolle eines wichtigen Verkehrsweges entlang des Allier-Tals diente.
Im Laufe der Jahrhunderte gehörte Montpeyroux verschiedenen Herrschaftsfamilien. Durch Erbschaften und Heiraten gelangte die Herrschaft später in den Besitz bedeutender Adelsfamilien. Zu den bekanntesten Eigentümerinnen zählten Catherine de Médicis (1519–1589) und ihre Tochter Margarete von Valois (1553–1615), die als „Königin Margot“ bekannt wurde. Nach ihrer umstrittenen Ehe mit dem späteren König Heinrich IV. (1553–1610) verbrachte sie viele Jahre in der Auvergne. Ihr Lebensmittelpunkt war die nahe gelegene Burg Usson, wo sie sich ab den späten 1580er Jahren aufhielt. Von dort aus verwaltete sie ihre Besitzungen.
Während der Religionskriege im 16. Jahrhundert spielte die Festung in Montpeyroux eine wichtige Rolle.
Ein Dorf aus Arkose
Ein wesentliches Merkmal des Dorfes ist die Verwendung von Arkose, einem regionalen Sandstein, der in der Umgebung abgebaut wurde. Das Gestein besteht aus Quarz, Feldspat und Mischkristallen und zeigt je nach Lagerstätte Farbtöne von Beige über Gold bis hin zu Rosa und Ocker.Über Jahrhunderte hinweg war der Steinbruchbetrieb ein bedeutender Wirtschaftszweig. Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigten die Steinbrüche elf Steinmetzbetriebe und rund dreißig Arbeiter. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren mehrere Steinbrüche in Betrieb.
Die Arkose von Montpeyroux wurde nicht nur für die Häuser des Dorfes genutzt. Der Überlieferung nach stammt auch ein Teil des Baumaterials bedeutender romanischer Kirchen der Auvergne aus den Steinbrüchen von Montpeyroux, darunter Saint-Austremoine in Issoire, Saint-Saturnin und Notre-Dame-du-Port in Clermont-Ferrand.
Bis heute prägt das Gestein das Erscheinungsbild des Ortes. Fassaden, Mauern, Treppen und Torbögen bilden ein weitgehend geschlossenes architektonisches Ensemble, das Montpeyroux seinen charakteristischen Charakter verleiht.
Der Donjon als Wahrzeichen des Dorfes
Das bekannteste Bauwerk von Montpeyroux ist der mittelalterliche Donjon. Der Rundturm, erbaut aus dem örtlichen Gestein Arkose, stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und gilt als typisches Beispiel eines sogenannten philippischen Donjons, einer Turmform, die nach der Eroberung der Auvergne unter Philippe-Auguste entstand. Mit seiner Höhe von mehr als dreißig Metern diente er sowohl der Verteidigung als auch der Beobachtung des Umlands. Obwohl die eigentliche Burg im Laufe der Zeit verschwand, blieb der Turm erhalten.Seit 1950 gehört der Donjon der Akademie der Wissenschaften, Schönen Künste und Literatur von Clermont-Ferrand. 1957 wurde er als historisches Monument unter Denkmalschutz gestellt. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten zwischen 1988 und 2004 sicherten seinen Erhalt.
Heute kann der Turm besichtigt werden. Von seiner Plattform bietet sich ein weiter Blick über das Allier-Tal, die Chaîne des Puys, die Vulkane von Corent, Monton und Saint-Sandoux sowie bis zum Massif du Sancy.
Die Kirche Notre-Dame de l’Assomption
Mit der Gründung einer eigenständigen Pfarrei im Jahr 1832 entstand in Montpeyroux der Wunsch nach einer neuen Pfarrkirche. Das heutige Gotteshaus Notre-Dame wurde daher Mitte des 19. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten Hugues Imbert (1807-1876) aus dem ortstypischen Arkosesandstein errichtet. Seine Architektur greift bewusst Formen der romanischen Baukunst auf, die in der Auvergne vielerorts das Landschaftsbild prägt. Damit steht die Kirche exemplarisch für die Wiederentdeckung mittelalterlicher Baustile im 19. Jahrhundert.Im Inneren erinnern die massiven Säulen, die Rundbögen und die kunstvoll gestalteten Kapitelle an die großen romanischen Kirchen der Region. Ergänzt wird die Ausstattung durch mehrere farbenprächtige Glasfenster aus dem späten 19. Jahrhundert. Zu den ältesten Kunstwerken zählt eine Marienfigur aus der Zeit um 1600.
Von besonderer Bedeutung für die Dorfgeschichte ist die Statue des heiligen Verny, des Schutzpatrons der Winzer. Sie verweist auf die jahrhundertelange Weinbautradition von Montpeyroux, deren Spuren noch heute in den Terrassenhängen rund um den Ort sichtbar sind. Die Kirche verbindet damit religiöses Leben, regionale Kunstgeschichte und die wirtschaftliche Vergangenheit des Dorfes.
Weinbau, Terrassen und Niedergang
Die Weinbautradition im Allier-Tal reicht bis in die Antike zurück. Besonders im 19. Jahrhundert erlebte der Weinbau einen bemerkenswerten Aufschwung. Zeitweise bedeckten die Reben rund 70 Prozent der Gemeindefläche, und das Département Puy-de-Dôme gehörte zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Frankreichs.Die Bewohner formten die Hänge rund um das Dorf zu einem weit verzweigten System von Terrassen. Trockenmauern hielten die Erde zurück und ermöglichten den Anbau von Reben an den steilen Hängen. Nach der Reblauskatastrophe von 1896 und der zunehmenden Landflucht wurden viele dieser Terrassen aufgegeben. Zahlreiche Gebäude verfielen und der historische Ortskern drohte zu verschwinden.
Die Wiedergeburt von Montpeyroux
Zwischen 1891 und 1946 sank die Einwohnerzahl von 570 auf nur noch 211 Bewohner. Erst in den 1950er Jahren begann eine umfassende Rettungsaktion, unter der Leitung des Präfekten Yves Pérony und des Architekten Joseph Pérol und es entstand die Initiative „Village de l’Espoir“ („Dorf der Hoffnung“).Nach und nach wurden die Häuser instand gesetzt. Künstler und Kunsthandwerker ließen sich im Dorf nieder und trugen zu seiner Wiederbelebung bei. Auch einige historische Weinbergterrassen wurden restauriert und erneut mit Reben bepflanzt. Seit 1989 zählt der Ort zu den schönsten Dörfern Frankreichs und zu den bekanntesten historischen Orten der Auvergne.






























