Normandie

Die Normandie hat viele Gesichter. Mal zeigt sie sich mit den hellen Kreidefelsen der Côte d’Albâtre, mal mit den langen Sandstränden der Côte Fleurie und den eleganten Badeorten Deauville, Trouville-sur-Mer und Cabourg. Die Côte de Nacre erinnert an die Geschichte des D-Day, während die Côte des Havres und die Westküste des Cotentin mit weiten Stränden, Dünen und kleinen Häfen deutlich ursprünglicher wirken. Dazwischen liegen sanfte Landschaften, von Hecken gesäumte Wege, Fachwerkdörfer, alte Herrenhäuser und historische Städte, während das Pays d’Auge im Hinterland von Apfelplantagen, Wiesen und traditionellen Fachwerkhäusern geprägt wird.

Mich fasziniert an der Normandie vor allem die Verbindung von Landschaft und Geschichte. Kaum eine andere Region Frankreichs erzählt auf so engem Raum von so unterschiedlichen Epochen. Die Spuren der Wikinger und der normannischen Herzöge begegnen einem ebenso wie mittelalterliche Bauwerke, die Geschichte Wilhelms des Eroberers und die Schauplätze der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Heute erinnern Utah Beach, Omaha Beach, Gold Beach, Juno Beach und Sword Beach, Museen, Gedenkstätten und Soldatenfriedhöfe an die Ereignisse des D-Day.

In einem Hafen liegen Fischerboote, während die Gezeiten das Gesicht der Küste verändern. Und manchmal genügt ein Blick über die Landschaft, um zu verstehen, warum so viele Maler von der Normandie angezogen wurden. Die Impressionistenrouten führen unter anderem nach Giverny, Rouen, an die Seine, zur Côte d’Albâtre und in den Cotentin. Sie machen jene Landschaften erlebbar, die Künstler wie Claude Monet, Eugène Boudin und Camille Pissarro zu ihren Bildern inspirierten.

Eine weitere interessante Verbindung von Landschaft und Kultur bietet die 
Route des maisons d’écrivains. Sie führt zu den Häusern und Erinnerungsorten bedeutender französischer Schriftsteller und macht auch in der Normandie Station. Gustave Flaubert ist eng mit Rouen und Croisset verbunden, während in Étretat das Clos Lupin, das ehemalige Haus von Maurice Leblanc, an den Schöpfer des Arsène Lupin erinnert. Wer den literarischen Spuren folgt, entdeckt die Region damit aus einer ganz anderen Perspektive.

Auch die verschiedenen Reiserouten machen es möglich, die unterschiedlichen Seiten der Region miteinander zu verbinden. Die Route du Cidre führt durch das Pays d’Auge und verbindet Apfelplantagen, Fachwerkhäuser und Produzenten von Cidre, Calvados und Pommeau. Die Route des Fromages AOP de Normandie führt zu den traditionellen Käsesorten Camembert, Livarot, Pont-l’Évêque und Neufchâtel. Eine weitere Möglichkeit bietet die Route des Chaumières, die durch die Landschaft des Marais Vernier und entlang der Seine zu traditionellen Reetdachhäusern führt.




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