Bretagne

Die Bretagne ist eine Region, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Ihre Landschaft wirkt rau und ursprünglich, gleichzeitig gibt es überall kleine Orte und besondere Momente, die einer Reise eine ganz eigene Atmosphäre verleihen.

Der Atlantik prägt die Bretagne wie kaum etwas anderes. Entlang der Küste wechseln sich hohe Klippen, bizarre Felsformationen, lange Strände und geschützte Buchten ab. Dazwischen liegen kleine Häfen und Orte, deren Häuser oft aus dem für die Region typischen Granit gebaut sind. Über allem stehen die zahlreichen Leuchttürme, die zu den unverwechselbaren Wahrzeichen der bretonischen Küste geworden sind.

An der Côte de Granit Rose leuchten die vom Meer geformten Granitfelsen in ungewöhnlichen Formen und Farben. Die Côte d’Émeraude verdankt ihren Namen dem smaragdgrünen Wasser und verbindet eindrucksvolle Küstenlandschaften mit bekannten Badeorten. An der Côte de Goëlo wechseln sich Felsen, kleine Buchten und Häfen ab, während die Côte des Abers von tief ins Landesinnere reichenden Meeresarmen geprägt ist.

Weiter im Westen wird die Landschaft noch ursprünglicher. Die Côte de Cornouaille führt entlang einer abwechslungsreichen Küste mit kleinen Häfen, Stränden und felsigen Landzungen. Die Presqu’île de Crozon ragt weit in den Atlantik hinein und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke. An der Pointe du Raz, einer der bekanntesten Landspitzen Frankreichs, lässt sich die gewaltige Kraft des Meeres besonders eindrucksvoll erleben. Ganz anders wirkt dagegen die Côte de Penthièvre mit ihren langen Stränden, Dünen und kleinen Küstenorten.

Doch auch abseits des Meeres gibt es viel zu entdecken. Mittelalterliche Städte, Burgen und Herrenhäuser erzählen von der bewegten Geschichte der Bretagne. Im Forêt de Brocéliande verbinden sich Landschaft und Legende auf besondere Weise. Der geheimnisvolle Wald gilt als einer der Orte, die mit den Geschichten um König Artus, Merlin und die Ritter der Tafelrunde verbunden werden. Zwischen alten Bäumen, Quellen und Felsen begegnet man einer Welt voller Sagen und Geschichten, die bis heute eng mit der bretonischen Kultur verbunden ist

In Carnac und an anderen Orten begegnet man den geheimnisvollen Megalithanlagen, die Jahrtausende vor den mittelalterlichen Bauwerken entstanden. Die keltische Vergangenheit ist zudem in vielen bretonischen Legenden, Bräuchen und kulturellen Traditionen bis heute spürbar.

Eine besondere Verbindung von Geschichte und Landschaft bietet der 
Circuit des Marches de Bretagne. Die historische Grenzregion zwischen der Bretagne und dem französischen Königreich wird hier durch Burgen, mittelalterliche Städte und charaktervolle Landschaften erlebbar. Orte wie Fougères, Vitré oder Châteaubriant erinnern an eine Zeit, in der diese Gegend eine wichtige Grenz- und Verteidigungsregion war.

Auch die bretonische Lebensart gehört für mich untrennbar zu einer Reise durch die Region. Auf Märkten und in kleinen Hafenorten begegnet man regionalen Produkten, während Galettes, Crêpes, Meeresfrüchte und Austern ebenso zur Bretagne gehören wie der traditionelle Cidre. Vieles davon lässt sich am besten dort entdecken, wo es entstanden ist, in kleinen Restaurants, auf Märkten oder bei einem Zwischenstopp während einer Reise.

Die Bretagne lässt sich deshalb auf ganz unterschiedliche Weise entdecken und hält immer wieder neue Eindrücke bereit.


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