Forteresse royale de Chinon – Mittelalterliche Königsfestung an der Vienne

Hoch über der Vienne erhebt sich die imposante Festung von Chinon und beherrscht noch heute das Stadtbild der gleichnamigen historischen Stadt im Département Indre-et-Loire. Die weitläufige mittelalterliche Anlage gehört zu den eindrucksvollsten Festungen des Loiregebiets und unterscheidet sich zugleich deutlich von den prachtvollen Renaissance-Schlössern, für die das Tal der Loire heute vor allem bekannt ist. Während in Villandry die Gärten, in Amboise die königliche Residenz und in Cheverny die elegante Architektur im Mittelpunkt stehen, begegnet man in Chinon vor allem dem mittelalterlichen Frankreich und einer Geschichte, die über Jahrhunderte hinweg eng mit den politischen Auseinandersetzungen zwischen den englischen Plantagenets und den französischen Königen verbunden war.

Heinrich II. Plantagenet machte Chinon zu einem wichtigen Zentrum seiner kontinentalen Besitzungen und verbrachte hier einen Teil seiner letzten Lebensjahre. Nach der Eroberung durch Philipp II. August wurde die Festung zu einem wichtigen Stützpunkt der französischen Krone.

Jahrhunderte später wurde Chinon erneut zum Schauplatz eines Ereignisses von außergewöhnlicher Bedeutung. 1429 traf Jeanne d’Arc hier auf den französischen Thronfolger Karl, den späteren König Karl VII. Die Begegnung steht bis heute im Mittelpunkt der Geschichte der Festung und gehört zu den bekanntesten Episoden aus der Zeit des Hundertjährigen Krieges. Sie gehört zu den wenigen großen mittelalterlichen Festungen im Loiretal, die bis heute in dieser Form erhalten geblieben sind.


   







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